Jedes Jahr verlassen rund 500 Hamburger Jugendliche die Schule ohne Abschluss. Diese Schüler haben wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt und auf einen Berufseinstieg. SchlauFox e.V. stellt sich dem entgegen, indem sie Jugendliche stark machen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen: Im Programm „Jedem einen Abschluss! (JEA!)“ begleiten sie Schüler durch intensive und persönliche Betreuung zum Ersten Schulabschluss. Ehrenamtliche Studierende sind dabei der Schlüssel, um Jugendliche als Coaches zu ermutigen, zu selbstständigen und unabhängigen Erwachsenen heranzureifen.

2016

Förderung seit

2019

Förderung bis

4

Förderphasen

150.000

Fördersumme gesamt

Eine Studenteninitiative wird erwachsen

Der Verein SchlauFox entstand vor über zehn Jahren aus einer Initiative von Studierenden. Sie begleiteten erst einzelne Jugendliche, die sich in der Schule abgehängt fühlten und deren Abschluss in Gefahr war. Durch Misserfolge hatten die Schüler den Glauben an sich und die Möglichkeit, ihre Zukunft zu gestalten, aufgegeben. In der Begleitung durch die Studierenden, die sich Zeit nahmen, den Jugendlichen etwas zutrauten und mit ihnen die wichtigsten Inhalte für die Abschlussprüfungen wiederholten, änderte sich das. Sie gewannen neuen Mut und entwickelten Eigeninitiative.

Zehn der Studierenden beschlossen, einen Verein zu gründen, um gezielt weitere Studierende ins Boot zu holen, um mehr Jugendliche begleiten zu können. Da die Studierenden gleichzeitig wertvolle Praxiserfahrung für sich gewinnen konnten, wurde klar: In dieser Zusammenarbeit gewinnen Jugendliche und  Ehrenamtliche.

SchlauFox war geboren und JEA! ist bis heute das „Flaggschiff“ des Vereins: Schüler erhalten heute zwei Jahre wöchentlich strukturierte, intensive und persönliche Unterstützung auf dem Weg zum Ersten Schulabschluss. Sie sind Teil einer festen Gruppe an ihrer Schule und arbeiten mit ihren Coaches an Nachhilfe, Sprachtrainings und Berufsorientierung. Vor allem aber bekommen sie persönliches Coaching, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken und wieder Mut zu fassen, persönliche Ziele zu stecken und positiv in die eigene Zukunft zu blicken. Der Erfolg lässt sich sehen: Im Schnitt schaffen 8-9 von 10 Jugendlichen im Programm den Abschluss.

Erfolg hat viele Gesichter

Seit den Gründungstagen von SchlauFox hat das Team die Vision einer Gesellschaft, in der alle die Chance haben, ihre Potenziale zu entdecken, zu entfalten und ihren eigenen Weg erfolgreich zu gehen. „Ob Studentin, mitten im Berufsleben oder bereits Pensionär – jede und jeder bringt so vieles mit, vom dem unsere Projekte, Kids und Partner nur profitieren können. Gemeinsam zeigen wir Jugendlichen, dass sie viele Möglichkeiten haben. Wir stärken ihr Selbstbewusstsein und machen Mut, positiv in die Zukunft zu blicken und Dinge selbst in die Hand zu nehmen.“

Eine Frage stößt tiefe Veränderung an

Genügend geeignete Ehrenamtliche für diese verantwortungsvolle Rolle zu finden, ist laut Mitgründerin und Geschäftsführerin Janna Hilger eine der größten und zeitintensivsten Herausforderungen des Vereins: „Wir brauchen viele motivierte und ausreichend qualifizierte Ehrenamtliche, die Durchhaltevermögen haben, ihrer Vorbildfunktion gerecht werden – und von den Kids akzeptiert werden.“

Sechs hauptamtliche Mitarbeitende bei SchlauFox suchen, qualifizieren und koordinieren aktuell über 180 Ehrenamtliche. Das zu schaffen und dabei die Qualität der Arbeit mit Jugendlichen zu sichern, ist eine Löwenaufgabe. „Bei unserem ersten Gespräch hat uns die Hans Weisser Stiftung damals gefragt, wie wir das eigentlich alles schaffen, mit den begrenzen Mitteln, die wir zur Verfügung hatten“, erinnert sich Janna Hilger. „Wahrscheinlich hätten wir uns das selbst auch gefragt, wenn wir Zeit zum Nachdenken gehabt hätten.“

In einer ersten Förderung bot die Hans Weisser Stiftung deshalb an, dem Team durch die Finanzierung eines zweijährigen Programmdurchlaufs den Druck zu entlasten, damit das Team Zeit hat, den nächsten Qualitätsschritt vorzubereiten. Daraus erwuchs das Konzept für „JEA! 2.0.“ – im Grunde eine komplette Überarbeitung des pädagogischen Konzepts und aller Materialien für zwei Jahre Programm, um die Ausbildung ihrer Coaches noch professioneller aufstellen zu können. Am Ende standen auch fertige Lernkits für Schüler, die die wichtigsten Inhalte für die Prüfungsfächer Schritt für Schritt aufbereiten, Übungen ermöglichen und das wöchentliche Lernen strukturieren.

»Die Förderung durch die Hans Weisser Stiftung war ein Vertrauens­vorschuss, der die Weiter­entwicklung von SchlauFox von innen beschleunigt hat.«

— Janna Hilger

SchlauFox macht sich fit für die Zukunft

Die Überarbeitung des pädagogischen Konzepts und der Lernmaterialien ist ein entscheidender Schlüssel, um die ohnehin gute Arbeit des von SchlauFox zukunftssicher zu machen. Zusammen mit den Coaches wurden die Inhalte und Materialien auf die realen Bedingungen in den Lerngruppen angepasst und optimiert. Damit passen sie besser zu den Bedürfnissen der Schüler und die Coaches fühlen sich besser auf die Unterstützung vorbereitet. Zudem verringern die Lernkits den Aufwand in der Vorbereitung für die Ehrenamtlichen – und macht es damit attraktiver, diese Rolle zwei Jahre auszufüllen. Manche der Coaches, die an der Überarbeitung beteiligt waren, bleiben wegen der neuen Kits sogar weitere zwei Jahre dabei. Sie wollen sehen, was sich so in der Arbeit verändert.

Für SchlauFox bedeutet das eine logistische Entlastung. Gleichzeitig stellen Lernkits die gleichbleibende Qualität der Arbeit über alle Standorte hinweg sicher. Und eine weitere Möglichkeit eröffnet die Überarbeitung des Konzepts: Mit den neuen Materialien für Schulung und die wöchentliche Treffen wird es leichter, neue Standorte über die aktuellen acht Hamburger Schulen zu eröffnen.

Das wünscht sich das Team von SchlauFox e.V. – gerne auch außerhalb Hamburgs. Aktuell gibt es Pläne, das Konzept als Social Franchise in anderen Bundesländern umzusetzen. Und damit Schülern deutschlandweit wirksam und unbürokratisch helfen zu können.

Wirkung

Stand Januar 2019

8

Einsatzschulen

90%

der Schüler schaffen den Abschluss

200

Teilnehmende

180

Ehrenamtliche