Khalid Ouaamar

Khalid Ouaamar, Stipendiat 2016 am Imperial College London

Seine Idee einer Vorbereitungsplattform für Assessment Center brachte den Wirtschaftswissenschaftler zum Hans Weisser Stipendium und ans Imperial College London. Dort entwickelte er die Idee weiter, entschied sich aber die Gründung zu pausieren. Aktuell gestaltet er Unternehmen von innen heraus mit.

Selbst lernen, dann anderen helfen

Khalid Ouamaar hat den Wert von Bildung früh für sich entdeckt. Seine Eltern kamen vor 40 Jahren nach Deutschland und er sieht, dass Verwandte in Marokko geringere Chancen haben. Er entschließt sich, jede seiner Chancen zu nutzen und hängt sich voller Ehrgeiz in sein Studium in Duisburg-Essen und Malaysia.
Zudem unterstützt er während des Studiums die gemeinnützige Initiative Rock Your Life!, die Hauptschüler als Mentoren begleitet. Hier und während seiner eigenen Vorbereitung auf Assessment Center für Praktika und Jobs merkt er: Es gibt kaum frei verfügbare Hilfe für die Einstellungstests, die für Bildungsaufsteiger große Hürden auf dem Weg in gute Stellen bilden.

Eine Plattform als Trampolin für den Aufstieg

Parallel zum Studium beginnt Khalid Ouamaar seit 2014 mit der Entwicklung seiner E-Learning Plattform www.climbup-online.de, die eine professionelle Vorbereitung auf Assessment Center ermöglicht. Da er selbst durch die Vorbereitung für diverse Praktika viel Wissen zu verschiedenen Formaten der Einstellungstests gesammelt hat, liegt die Idee nahe, Material zur Vorbereitung für andere bereitzustellen.
Bald merkt er: Sein technisch geprägter Studiengang hat ihn nicht auf eine Gründung vorbereitet. Er entschließt sich für einen Master in Management an einer praxisorientierten Universität.

»Ich habe selten so viele interessante, smarte und zielstrebige Persönlichkeiten in einem Raum gesehen wie an diesem Tag.«

Selbst in Auswahlverfahren behaupten

Bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten für sein Vorhaben findet er das Hans Weisser Stipendium: Unterstützung von Gründerpersönlichkeiten im englischsprachigen Ausland - das passt genau. Er schickt seine Pläne mit vielen Reinzeichnungen seiner Plattform ein und wird zum Gespräch eingeladen. Nun muss er sich selbst in einem Auswahlverfahren behaupten. "Nachdem ich die anderen Bewerber kennengelernt hatte, war ich sicher, ich kriege das Stipendium nicht. Aber den Tag mit ihnen habe ich genossen," erinnert er sich. Er überzeugt mit seiner Idee und seiner Persönlichkeit - und wird aufgenommen.

Planen, Anpassen, Verwerfen, Pausieren

In London lernt Khalid Ouamaar das Rüstzeug für einen guten Manager. Mehr noch: Er findet einen Mitgründer für seine Plattform und sie entwickelt gemeinsam ein Geschäftsmodell. Der Pilot wird getestet und angepasst. Aus der Vorbereitungsplattform wird eine Plattform, die Coaches passgenau vermittelt. Nach dem Abschluss nimmt Khalid Ouamaar drei Monate intensiv Zeit, die Gründung vorzubereiten. Doch als sein Mitgründer, der noch im Studium ist, sich entschließt, sich zunächst auf den Abschluss zu konzentrieren, entscheidet er sich, nicht alleine zu starten. "Die Bedingungen waren noch nicht reif für den Start des Projekts. Vor allem aber will ich keine One-man-Show sein."

„Das Hans Weisser Stipendium hat den Vorteil, dass die Gruppe familiär miteinander umgeht, wir uns gut kennen und gegenseitig weiterbringen. Die Persönlichkeiten und Ambitionen hier sind überragend.“

Im Unternehmen lernen

Aktuell arbeitet Khalid Ouamaar als Berater bei Strategy& vorrangig an Projekten in der Pharmaindustrie. Er hat diesen Weg gewählt, weil er hier in kurzer Zeit das lernt, was er für seine Zukunft können will: Strukturierte Analysen und Problemlösungen, sorgfältiges und effizientes Arbeiten, Kommunikation mit verschiedensten Menschen und Perspektiven sowie das Leiten von Teams. Nach einer fast zweistelligen Zahl an Projekten weiß er, dass er sich schnell in Themen einarbeiten kann und sicher auftreten kann. Mittelfristig reizt ihn aber weiterhin der Gedanke, sein eigenes Unternehmen aufzubauen. Vielleicht sogar zu seinem Herzensthema Bildung. Denn die Kombination unternehmerischer Verantwortung mit gesellschaftliche Bedeutung und Nutzen für andere reizt ihn: "Hier könnte ich viel bewirken und ich glaube mit vollem Herzen an die Bedeutung von Bildung."


Lisa von Rabenau

Lisa von Rabenau, Stipendiatin 2015 & 2017 in Berkley und Stanford

Als Mitgründern von ReMaterials trägt sie dazu bei, Wellblech als Baustoff abzulösen und die Lebensqualität die Ärmsten der Armen weltweit zu verbessern. Das Hans Weisser Stipendium ermöglichte ihr, das von ihr mitentwickelte Material in Indien zur Marktreife zu bringen.

Über Kalifornien nach Indien

Im Auslandssemester in Berkley machte eine Professorin Lisa von Rabenau auf das Problem von Wellblech aufmerksam und stellte ihr Hasit Ganatra vor, den Gründer von ReMaterials, der an einer Lösung aus recyceltem Papier arbeitet und Unterstützung sucht. 2014 fliegt Lisa von Rabenau nach Indien und beschließt, ihr Masterstudium für das Vorhaben zu pausieren.

Selbstversuch unterm Wellblechdach

In Ahmedabad/Indien schläft die Maschinenbauingenieurin einige Nächte selbst unter Wellblech und erlebt dessen Nachteile: Im Sommer zu heiß, im Winter zu kalt. Bei Regen zu laut. Undicht, instabil, mit Verletzungsgefahr. Nach dem Erlebnis sieht sie selbst "überall nur noch Dächer" und erhält von einem Professor in Darmstadt den Hinweis, sich auf das Hans Weisser Stipendium zu bewerben.

»Ich bin Pragmatikerin mit einem inneren Drang, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und zu analysieren. Oder auch zu erforschen, was ich besser machen kann.«

Stipendium statt Gehalt

Während der Zeit als Head of Engineering bei Rematerials hat Lisa kein Gehalt bezogen, deswegen war das einjährige Hans Weisser Stipendium umso wertvoller. Der Verzicht auf das Gehalt war für sie eine bewusste Entscheidung - das Geld hätte an anderer Stelle gefehlt: „Davon hätten wir Dächer herstellen können!“

Ziele: Stabile Produktion

Lisa von Rabenau hat im Gründungsteam viele Aufgaben von Produktdesign, Buchhaltung über Vertrieb übernommen, bis der Prototyp des recycelten, günstigen und sicheren Baustoffs in Serie gehen konnte. Ihr Ziel war es, dass die Firma von indischen Fachkräften lokal geführt wird. 2017 wurde das möglich. Lisa von Rabenau verließ Indien, berät ReMetarials aber noch immer.

„Die Förderung im Hans Weisser Stipendium ist einzigartig. Sie passte perfekt und hat für meinen Auslandsaufenthalt großzügige Unterstützung geboten und große Freiheiten gelassen.

Ein zweites Mal HW Stipendiatin

2017 kehrte Lisa von Rabenau für ihren Master nach Stanford in die USA zurück - erneut von der Hans Weisser Stiftung gefördert.
Sie wurde außerdem für den Bereich Technik für Ihre Arbeit ausgezeichnet und auf die Forbes Liste der 30 unter 30 in Asien gesetzt.


Jan Wurzbacher

Jan Wurzbacher, Stipendiat 2007 an der ETH Zürich

Mit dem Clean-Tech Startup Climeworks leistet er einen Beitrag dazu, die Erderwärmung zu stoppen. Mit dem Hans Weisser Stipendium finanzierte er seine Promotion, die die Basis für die Gründung von Climeworks bildet.

Die Idee entstand im Studium

Schon im ersten Semester Maschinenbau in Zürich lernt Jan Wurzbacher Mitgründer und Freund Christoph Gebald kennen. Die beiden eint die Lust darauf, große Probleme zu lösen - und ein eigenes Unternehmen zu gründen.

COraus aus der Luft und rein in Flaschen.

Für den Markteintritt hatten Jan und Christoph eine neue Idee: CO2Kollektoren, die mit einem Filtermaterial gefüllt sind, fangen CO2aus der Luft, das in Flaschen abgefüllt und an Kunden in der Lebensmittelindustrie verkauft wird: Gewächshäuser und Getränkehersteller sind große Abnehmer von Climeworks.

»Bis 2025 wollen wir es schaffen, jährlich ein Prozent der globalen CO2-Emissionen aus der Luft zu filtern.«

Mit Stipendium vom Businessplan zum Unternehmen

Den ersten Businessplan nutzen Jan Wurzbacher und Christoph Gebald, um Hans Weisser zu überzeugen, das Vorhaben zu unterstützen. Das Stipendium ermöglicht es den Gründern, ihre Idee umzusetzen. Climeworks hat heute bereits über 60 Mitarbeiter.

Nächste Ziele: Klimaneutraler Kraftstoff und Versteinerung von CO2

Um CO2 nicht nur kurzfristig aus der Luft zu holen, sondern dauerhaft das Problem der Erderwärmung anzugehen, entwickelt Climeworks derzeit 2 neuen Themen. Einerseits arbeiten sie an der Herstellung eines klimaneutralen Kraftstoffes aus CO2 und Wasser. Andererseits bieten sie ein neues Verfahren zur Versteinerung von CO2 unter der Erde an - der Modellversuch läuft derzeit in Island.

„Als ich Stipendiat war, gab es noch kein Begleitprogramm für die Studierenden. Durch meine Erfahrung als Gründer kenne ich die Fallstricke, denen junge Unternehmer im Laufe ihres Werdegangs begegnen. Außerdem gebe ich gerne etwas zurück.“

Als Alumnus aktiv

Jan Wurzbacher setzt sich als Alumnus für die Weiterentwicklung Hans Weisser des Stipendiums ein, hat den Rahmen für das neue Begleitprogramm der Stipendiaten mit erdacht und war bereits dreimal Mitglied der Auswahlkommission für das Stipendium. Er kann sich vorstellen, auch als Mentor aktiv zu werden.